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"...(nur) in Krimis ist der Profiler der Gute!"

Vielen, die Sie nicht kennen, sind Ihre Daten weniger lieb als teuer.

von Burkhard Ilschner

Mögen Sie Krimis? Kennen Sie jene Serien, in denen die Polizei regelmäßig stecken bleibt bei ihren Bemühungen zur Verbrechensaufklärung? Jedes Mal kommt als "rettender Engel" ein "Profiler" daher: Experten, die aus realen Spuren unter Hinzuziehung von Statistiken, soziologischen Daten und psychologischen Methoden ein fiktives "Bild", ein so genanntes Profil, des Täters oder der Täterin "zeichnen". Dieses Profil ist meist so exakt, dass es den Kreis der Verdächtigen einengen hilft und, zumindest in Krimis, in der Regel auch zur Festnahme führt.

Warum, werden Sie sich jetzt fragen, erzählt mir meine Datenschutzbehörde etwas über Krimis? Weil Sie, wenn Sie nicht aufpassen, in der großen und für Einzelne oft unüberschaubaren Welt der Computertechnik und der Kommunikationsnetze das ideale Opfer sind - und zwar für "Profiler", die nicht zu den Guten gehören.

Denn diese Menschen helfen nicht der Verbrechensbekämpfung, Sie zu schützen. Nein, im günstigen Falle helfen sie legalen Datenhändlern, alles über Sie zu erfahren. Was immer Sie gewollt oder ungewollt über sich preisgeben, es wird zu einem "Profil" geformt und ist dann gut verkäuflich. Im ungünstigen Falle findet das Absaugen Ihrer Daten und deren Verknüpfung zu einem solchen Profil aber auch mit illegalen Methoden statt. Beiden Vorgehensweisen gemeinsam ist dieses: Sie merken nichts davon.

Es gibt in der wachsenden Welt der technischen Kommunikation und des Datenaustauschs eine verbreitete wie falsche Haltung. Sie lautet: Wir gehören alle zusammen und wir haben voreinander nichts zu verbergen. In einer sehr frühen Phase der Internet-Entwicklung, als das "Web" eine zwar weltweite, aber abgeschottete, kleine Gemeinschaft darstellte, war diese Haltung ein notwendiges Band, das zusammenschweißte und stärkte. Leider sind diese Zeiten vorbei.

Heute kann fast jeder Webseiten erstellen und anbieten, kann technisch Daten über andere sammeln. Das geschieht oft, um Geld zu verdienen, um Informationen abzugreifen und zu verkaufen. Ihre Unwissenheit oder auch Ihre Leichtgläubigkeit sind da wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Denn Ihre Haltung "ich habe nichts zu verbergen" öffnet nicht nur Pfade, sondern breiteste "Autobahnen" zu Ihren Daten. Weit über Internet, E-Mail oder Telefon hinaus ist Datenhandel längst zu einem lukrativen und vor allem boomenden Wirtschaftsbaum geworden, dessen Äste und Zweige in nahezu alle Ihre Lebensbereiche hineinwachsen.

  • Ob Sie an Ihrem Computer eine Internet-Suchmaschine benutzen oder "online" einkaufen,
  • ob Sie "bloggen" oder sich an so genannten sozialen Netzwerken ("StudiVZ", "Xing", "SchülerVZ") beteiligen,
  • ob Sie aus dem Kaufhaus Waren mit aktiven Funkchips nach Hause nehmen oder Rabattkarten-Systeme Ihre Konsumgewohnheiten protokollieren lassen,
  • ob Sie über Ihre DSL-Leitung Fernsehprogramme empfangen oder Ihren Fernsehapparat zum Internet-PC machen,
  • ob Sie eine digitale Stempeluhr bedienen oder demnächst Ihre Gesundheitskarte benutzen,

egal, was Sie tun: Sie produzieren Daten über sich und geben sie preis - Daten, die andere sammeln, auswerten, bündeln und verhökern. Wir reden hier von jener legalen Datensammelei, die Sie durch Ihre Leichtfertigkeit möglich machen - und wir wollen Ihnen zeigen, wie Sie künftig mit Ihren Daten behutsamer umgehen können. Sie sollten zu Ihrem eigenen Vorteil einschränken, was es Anderen erlaubt, Sie zu vermarkten. Lernen Sie, eigenverantwortlich auf Ihre Daten aufzupassen. Lassen Sie uns Ihnen dabei helfen.

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